Der RSV überrascht in der Corona-Krise mit einem Coup: Neuzugang Artur Zielke ist aktueller Nationalspieler bei der Bundeswehr – und kämpft ab dem Sommer für Rehburg.

Samstag im Januar 2021, Großenheidorn: Artur Zielke ist Zuhause, als wir telefonieren. Weil er bisher wenig persönlichen Kontakt mit dem RSV hatte, befremdet ihn das Gespräch kurz. Dann erzählt er vom HSC Hannover, der aufregenden Zeit in der Nationalmannschaft der Bundeswehr und seinem zukünftigen Ex-Verein Steinhude. Dass man länger spricht als gedacht, liegt an Arturs Ehrgeiz – zum Spaß wechselt er nicht in die Kreisliga nach Rehburg.

Artur Zielke ist 27 und gehört fest zum Kader der Bundeswehr-Nationalmannschaft, in der nur spielen darf, wer zu den besten Fußballern unter Deutschlands Soldaten gehört. Das aktuelle Team ist gespickt mit guten Amateurspielern, die von der Verbandsliga bis zur Regionalliga kicken oder gekickt haben.

Linksfuß Artur ist seit einigen Jahren einer von ihnen. Der Neuzugang des RSV ist nicht nur Soldat, sondern auch auf dem Platz ein echter Kämpfer. Wieso der Nationalspieler nach Rehburg wechselt und wie er dem Team helfen will, erklärt er in einem exklusiven Interview für die Webseite des RSV Rehburg.


Hallo Artur, du bist Nationalspieler der Bundeswehr, dazu oberligaerfahren. Wie kommst du zum RSV?

Ganz einfach: Der Trainer (Markus Thielker) hat mich angerufen und gefragt, ob ich nicht wechseln möchte. Bis 2017 hab‘ ich beim HSC (Hannover) Oberliga gespielt. Dann bin ich zum SC Steinhude gegangen, weil das zeitlich besser mit meinem Beruf gepasst hat. Der Wunsch mich zu verändern ist länger da und das weiß beim SC auch jeder. Markus hat mir von der Stimmung beim RSV berichtet und welchen Weg man gehen will; diese Art von Einstellung liegt mir – da hab‘ ich zugesagt.

Welchen Stellenwert hat der Militär-Fußball unter Soldaten und wie kann man ihn vergleichen?

Das ist schon etwas ganz Besonderes für sein Land zu spielen. 2021 ist die nächste WM in Kairo und Alexandria in Ägypten – da möchte ich natürlich wieder dabei sein. Der Trainer der Auswahl kennt mich gut, weil ich länger im Kader bin. Das Niveau ist gehoben, bei uns spielen aber „nur“ Amateure mit. Das ist bei den Gegnern anders: Dort sind Profis im Team und das Tempo ist viel höher.

Das ist dann ein Klassenunterschied, den du auf dem Feld merkst – vor allem gegen Ende des Spiels.

Stichwort WM: Du warst 2017 bei der letzten Austragung sogar im Oman. Was hast du erlebt?

Gegen andere Nationen auflaufen war schon ein spezielles Erlebnis. Sowas vergisst man nicht. Wir haben die Gruppe überstanden und sind danach leider raus. Trotzdem hat es riesig Spaß gemacht.

Was erhoffst du dir jetzt vom Wechsel nach Rehburg und was weißt du schon vom RSV?

Erstmal wünsche ich mir eine vernünftige Einstellung im Team. Dass alle mitziehen und erfolgreich sein wollen – denn Spaß macht mir Fußball nur, wenn der Wille zum Erfolg da ist. So bin ich immer gewesen und so werde ich immer sein.

Ich habe mir schon ein wenig die letzten Ergebnisse und Berichte zu den Spielen bei Facebook und Instagram angeschaut. Wenn ich ehrlich bin: Eigentlich weiß ich noch nicht wirklich viel über den Verein. Was der Trainer mir aber detailliert beschrieben hat, wie viel Fleiß und Ehrgeiz die Jungs schon beim Training zeigen – das hat mir sofort gefallen!

Auch beim SC Steinhude ruht der Ball seit November. Wie hältst du dich in der Corona-Krise fit?

Ich gehe zurzeit regelmäßig laufen und versuche mich so einigermaßen in Form zu bringen. Ich merke trotzdem, dass mir der Fußball langsam echt fehlt. Ich hoffe die Saison geht bald weiter.

Auf welcher Position sehen wir dich in der nächsten Saison beim RSV?

In Steinhude habe ich im defensiven Mittelfeld gespielt, aber auch mal Innenverteidiger. Bei der Nationalmannschaft spiele ich Linksverteidiger und das liegt mir, aber die Position ist mir echt egal. Fußball ist ein Mannschaftssport. Ich spiele da, wo ich dem Team am besten helfen kann und wir den größten Erfolg zusammen haben. Alles andere ist doch eher unwichtig.

Du klingst wie ein Teamplayer. Wir freuen uns, dich bald im RSV-Trikot zu sehen! Danke fürs Interview.

Danke. Ich kann’s auch kaum erwarten.


Zur Person

Artur Zielke (geboren am 7.2.1993) wuchs im Hannoverschen Umland auf und spielte seit 2012 für den HSC Hannover. Beim HSC sammelte er in unzähligen Partien Erfahrung in der Oberliga, Landesliga und im Niedersachsenpokal. Seit 2015 arbeitet Artur Zielke als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und ist zurzeit als Logistiker im Rang eines Stabsobergefreiten auf dem Fliegerhorst in Wunstorf beschäftigt.

Bei der Militär-WM 2017 im Oman kam der Verteidiger gleich im ersten Spiel gegen Algerien zum Einsatz. Im Viertelfinale war gegen den späteren Dritten Syrien allerdings Schluss. Artur Zielke ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Großenheidorn am Steinhuder Meer, plant aber einen Umzug ins Auetal in den Landkreis Schaumburg. Er wechselt vom SC Steinhude in den frischli-Sportpark.


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