Die Alten werden’s auch in der Zukunft richten

(sb) Der Strafraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer der unerschrockenen Alten Herren des RSV Rehburg. Es läuft die 62. Spielminute und Uwe Schröder zeigt, dass er es im Methusalem-Alter immer noch draufhat: Eine Körpertäuschung und der 120 Jahre jüngere Gegenspieler ist auf dem berühmten Bierdeckel ausgetanzt…

So oder so ähnlich könnte es aussehen, wenn die Wissenschaft endlich auch die Füße mit zu den Hirnen einfriert – Bofrost hat zumindest Fortschritte angekündigt. Was so abwegig klingt, ist doch zumindest im letzten Teil gelebte Realität. Nicht das mit den Hirnen: Gemeint ist die immer noch immens hohe Spielzeit von Altherren Spielern wie Heiko Schrage oder Uwe Schröder in der Zweitvertretung des RSV Rehburg. Die Fußballrentner müssen also wieder ran. Überall Baustellen – dabei war doch eigentlich längst Feierabend. Axel Winkelhake ist Sportlicher Leiter, Altherren-Trainer und Aushängeschild des RSV. Woche für Woche muss er sich deshalb mit drei Fragen beschäftigen: „Wer kann noch Altherren spielen? Wer kann noch Altherren und Zweite spielen?“ Und die wichtigste Frage: „Wer kann noch laufen?“

„Training würde da mehr kaputt als heile machen“

„Das ist schon Wahnsinn, was manche Spieler über 40 hier leisten. Die sind teilweise dreimal am Wochenende auf dem Platz. Training würde da mehr kaputt als heile machen“, betont Axel Winkelhake. Die Mannschaften zusammenzubauen sei natürlich Stress, aber die neue Aufgabenteilung mit Uwe Schröder (Spitzname: Usche) helfe ihm, die Zweite flott und konkurrenzfähig zu bekommen, erklärt er. „Usche und ich machen die Zweite mehr oder weniger gemeinsam. Ich hab die Infos zum Gegner und er ist der Coach.“

Axel Winkelhake - Bild: Die Harke

Axel Winkelhake – Bild: Die Harke

In der Alten Herren kann sich Axel Winkelhake in dieser Saison ebenfalls über mehr Hilfe freuen. Hans-Werner Maiterth ist Meister der Fahnen und Netze, Marc Luther wäscht die Trikots und Stefan Bornemann und Reinhard Bruns teilen sich den wichtigsten Job: das „Kulturgut“ Flaschenbier. „Trotzdem wäre ein Betreuer schön, der sich um den ganzen Kram kümmert, aber da bin ich dran“, sagt Axel Winkelhake.

 „Wir wollen jede Saison einen Titel.“

Das der Kader recht schmal sei und die Mannschaft im Durchschnitt zehn Jahre älter als die guten Gegner, lässt ihn kalt: „Unser Ziel ist das gleiche wie vor 20 Jahren. Wir wollen jede Saison einen Titel.“ Der größte Unterschied zum Herrenbereich sei die ab und zu aufkommende Laissez-Faire-Haltung: „Den Fußball kann ich in diesem Alter keinem mehr beibringen. Da bleibt’s bei der Taktik.“ Doch die aktuelle Truppe mache es ihm leicht, es herrsche eine super Kameradschaft und mit den drei Neuzugängen Lars Hermann, Sven Grote und Lars Brunschön sehe es personell ganz gut aus, erzählt Axel Winkelhake.

Für den Verletzten Sascha Breuer ist die Saison allerdings gelaufen. Er zog sich vor einiger Zeit einen Meniskusschaden zu. Ihm wünscht der RSV auf diesem Weg eine schnelle Genesung und gute Besserung: Kopf hoch Sascha!

2016-09-13T10:21:19+00:00