Darf’s auch etwas weniger sein?

Tore, Tore, Tore ‐ das ist alles, was im Fußball zählt. Naja, fast! Die Buden bringen nur dann etwas, wenn sie auf der richtigen Seite fallen und drei Punkte übrig bleiben. Die zählen dann aber wirklich. Was aber, wenn eine Mannschaft, wie der RSV zum Beispiel, zu viele Tore eingeschenkt bekommt?

„Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften“, das ist eine uralte Fußballweisheit. Die italienischen Torverhinderer nennen das schon seit den Dreißiger Jahren Catenaccio. Sehen will das eigentlich keiner und an einer gefestigten Defensive erfreuen sich oft nur die Taktikfreaks. Doch RSV-Torhüter Tobias Reimann (Titelbild) musste bereits 16 Gegentore in fünf Spielen aus dem eigenen Netz holen, das ist auch für unsere Erste ein bisschen viel.

„Wir stehen derzeit mit neun Punkten auf Platz 4. Natürlich gefallen mir die vielen Gegentore nicht. Aber so schlecht sind wir hinten gar nicht“, sagt Oli Bödeker, Trainer der Ersten.

Konzentrationsschwächen, die fehlende Kompaktheit in manchen Momenten und individuelle Fehler hätten oft dazu geführt, sich zu viele Tore zu fangen. Das sei aber kein reines Defensivproblem, und betreffe nicht nur die Abwehr: „Die komplette Mannschaft ist hier gefragt. Wir können nicht mitten im Spiel einfach etwas weniger investieren, soweit sind wir noch nicht. Alle müssen sich reinhauen und die Zweikämpfe über 90 Minuten ernst nehmen. Und Zweikämpfe werden bereits im Angriff geführt, nicht nur hinten in der Viererkette.“

Coach Bödeker ärgert das die Köpfe zu schnell nach unten gehen.

Coach Bödeker ärgert, dass die Köpfe zu schnell runtergehen.

Zeit bleibt der Ersten noch genug, die angesprochenen Fehler abzustellen, schließlich sind erst fünf von 30 Spieltagen gespielt. Wirklich ärgern würde Bödeker nur, dass die Köpfe zu schnell runtergehen: „Das Komische dabei ist, wenn ein Spieler aufsteckt, finden sich immer gleich zwei, drei andere, die genauso reagieren. Das müssen wir abstellen. Genauso wie die passive Haltung in manchen Situationen.“ betont er.

Der nächsten Begegnung sieht Bödeker gelassen entgegen, schließlich stehe die Mannschaft am Samstag gegen Marklohe nicht unter Druck: „Wir können doch befreit aufspielen. Marklohe ist der Absteiger aus der Bezirksliga und Favorit. Wir können nur gewinnen!“

Dies ist ein Gastbeitrag von Journalismusstudent Sebastian Bauerschäfer (Gelsenkirchen).

2016-08-24T07:55:56+00:00